Vorträge

Hier finden Sie alle Termine zu unseren Vortragsreihen »Perspektive Industriekultur«, »Industriekultur in Mitteldeutschland« sowie »Wasserwege und Industriekultur« .

Die Vorträge des Vereins transportieren vor allem, was spezifisch Leipziger Industriekultur ausmacht und welche Ressourcen in der Wirtschafts- und Handelstradition stecken. Dabei sehen wir die Stadt als Mittelpunkt in einer historisch gewachsenen Wirtschaftsregion, die grenzüberschreitend ist.

Alle Vorträge in Kooperation mit dem VDI-Bezirksverein Leipzig, AK Kunst und Technik/Technikgeschichte. Unterstützt von der HTWK Leipzig, Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik.

Der Teilnehmerbeitrag für die Vorträge ist frei.

Programmänderungen vorbehalten! Bitte informieren Sie sich hier auf unserer Website, bei   Facebook sowie bei   Instagram.

Projektleitung: Kathrin Töpfer    E-Mail | Dave Tarassow    E-Mail

Dienstag, 03.11.2026, 18–20 Uhr:
Transformationen eines Bauwerks: Messehalle 9 – Sowjetischer Pavillon – Stadtarchiv

Referent: Dr. Peter Leonhardt, Stadtbezirkskonservator der Stadt Leipzig

Vita: Peter Leonhardt ist Stadtbezirkskonservator beim Amt für Bauordnung und Denkmalpflege der Stadt Leipzig, Abteilung Denkmalpflege, und zeichnet sich unter anderem für das Gebiet der ehemaligen » Technischen Messe Leipzig« verantwortlich. Nach einem Studium der Kunstgeschichte wurde er 1997 mit einer Arbeit über Bildpublizistik im Dreißigjährigen Krieg promoviert und hat zahlreiche Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege veröffentlicht.

Ort: HTWK Leipzig, Fakultät Ingenieurwissenschaften, Raum W008, Wächterstraße 13, 04107 Leipzig

Eintritt frei

Die Halle 9 auf dem Gelände der ehemaligen »Technischen Messe Leipzig«, die seit 1996 als »Alte Messe Leipzig« vermarktet wird, wurde in den Jahren 1923 bis 1924 für den Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e. V. (VDW) errichtet. Bekrönt wird das 81,5 m breite und 192 m lange Ausstellungsgebäude von einem Portikus. Dort befanden sich die Verwaltungsräume der Messe- und Ausstellungs-AG. Leipzig benötigte neue Sportstätten, hatte jedoch kein Geld dafür, weshalb der VDW in der Winterzeit ihre Halle zur Verfügung stellte. Ihre Einweihung fand am 08.10.1927 als „Archilleion“ statt. Der Sportpalast wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1950 zum Sowjetischen Pavillon umgebaut. Die Halle wurde auf 125 m eingekürzt und ein 60 m hoher Turm mit rotem Sowjetstern. Außerdem gab es eine Ruhmeshalle für eine überlebensgroße Stalin-Figur. Nachdem im November 2016 die Grundsteinlegung für das neue Stadtarchiv Leipzig gelegt wurde, erfolgte die Eröffnung am 29.10.2019. Erhalten wurde jedoch nur der vordere Teil des Bauwerks, die Ruhmeshalle wurde abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Vorgefunden hatte man auch 50 x 30 m große Mosaikbilder.

Dienstag, 01.12.2026, 18–20 Uhr:
Leipziger Eisenbahnbrücken – damals & heute

Referent: Dave Tarassow, Verleger, Fotograf und Stadtführer

Vita: In seinem Verlag befasst er sich unter anderem mit Schienenfahrzeugen und Bahnanlagen – ob Fachmagazine, Kalender, Souvenirs oder Sonderfahrten. Dazu gehört auch die Dokumentation von historischen Bahnanlagen wie Brücken, Bahnhöfen und Bahnbetriebswerken. Durch die letzten 15 Jahre ist viel Foto- und Infomaterial zusammengekommen, das nun in einem Vortrag beleuchtet wird.

Ort: HTWK Leipzig, Fakultät Ingenieurwissenschaften, Raum W008, Wächterstraße 13, 04107 Leipzig

Eintritt frei

Eisenbahnbrücken wie Bahnhöfe waren damals der Stolz der Länderbahnen und der späteren Deutschen Reichsbahn – doch was ist heute noch davon übrig? Allein durch die netzergänzenden Maßnahmen des City-Tunnels wurden in den Jahren 2010 bis 2013 und auch danach viele genietete Eisenbahnbrücken abgerissen. Auch im Jahr 2026 soll das noch so sein oder von ihrem einstigen Aussehen wird nicht mehr viel vorhanden sein, wie beim Viadukt Wiederitzsch.

VORBEI: Dienstag, 06.10.2026, 18–20 Uhr:
Berufstätigkeit von Frauen in der DDR im Spiegel der Quellen des Sächsischen Staatsarchivs

Bild: Sächsisches Staatsarchiv

Referentin: Dr. Anett Müller, Sächsisches Staatsarchiv / Staatsarchiv Leipzig

Vita: Anett Müller studierte Geschichte, historische Hilfswissenschaft/Archivwissenschaft und Kulturwissenschaft an der Universität Leipzig und promovierte dort. Sie war langjährig im Stadtarchiv Leipzig als Bestandsreferentin tätig und leitet heute das Referat 33 »Deutsche Zentralstelle für Genealogie/Sonderbestände« im Sächsischen Staatsarchiv.

Ort: HTWK Leipzig, Fakultät Ingenieurwissenschaften, Raum W008, Wächterstraße 13, 04107 Leipzig

Eintritt frei

Der Vortrag stellt die Berufstätigkeit von Frauen in der DDR in den Mittelpunkt und zeigt den reichhaltigen Quellenbestand zur DDR-Geschichte im Sächsischen Staatsarchiv auf. In den überlieferten Unterlagen spiegelt sich die offiziell propagierte Frauenpolitik des Staates und der SED wieder, aber auch die Realität in der volkseigenen Wirtschaft, die Sorgen und Nöte der Frauen selbst werden sichtbar. Zwei Filme, die die Rolle der Frau in den Fokus nehmen, runden den Vortrag ab.

Dienstag, 06.10.2026, 18–20 Uhr:
Bertha Benz – eine Pionierin des Automobils
(fällt aus)

oben: Bertha Benz mit 23 Jahren, Foto: Bühler, Mannheim – unten: Der Benz Patent-Motorwagen Nr. 3 von 1888

Referentin: Angela Elis, Moderatorin, Journalistin und Buchautorin

Vita:  Angela Elis studierte in Leipzig, Berlin und Frankfurt am Main und machte einen Abschluss als »Magister Artium« in Theologie, Kunstgeschichte und Psychoanalyse. Während ihrer Zeit beim Hessischen Rundfunk war sie auch im ARD-Studio London und absolvierte zudem ein USA-Stipendium des » Arthur-F.-Burns-Fellowship-Programms« der IJP. Angela Elis ist ausgebildete Designerin und Pädagogin.

Ort: HTWK Leipzig, Fakultät Ingenieurwissenschaften, Raum W008, Wächterstraße 13, 04107 Leipzig

Eintritt frei

Bertha Benz spielte eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des Benz Patent-Motorwagens. Sie gilt als die erste Autofahrerin und als die erste Person, die sich über kurze Testfahrten hinaus wagte. Während ihrer ersten Fernfahrt begegnete sie verschiedenen Herausforderungen, die sie in Verbesserungsvorschläge umwandelte, darunter die Einführung eines Gangs für steile Anstiege und Lederbeschläge für die Bremsen. Damit gilt sie auch als Erfinderin der Bremsbeläge. Bertha Benz ist ein inspirierendes Beispiel für Mut und Innovationsgeist in der Automobilgeschichte.

VORBEI: Dienstag, 01.09.2026, 18–20 Uhr:
70 Jahre Zentralstadion

Referent: Aiko Wulff M. A., Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Vita: Aiko Wulff M. A. ist seit dem Jahr 2020 der Leiter des Sportmuseums Leipzig im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, das eines Tages in der ehemaligen Nordtribüne des Schwimmstadions auf dem Sportforum Platz nehmen soll. Er studierte in Leipzig und Pisa Geschichtswissenschaften, Germanistik und Kommunikations- und Medienwissenschaften und ist seit 2005 im Museumsbetrieb tätig.

Ort: HTWK Leipzig, Fakultät Ingenieurwissenschaften, Raum W008, Wächterstraße 13, 04107 Leipzig

Eintritt frei

Am 4. August 1956 wurde das »Zentralstadion« im Sportforum feierlich mit einem Fußballspiel zwischen dem SC Wismut Karl-Marx-Stadt und Honvéd Budapest (1:3) eröffnet. Sein Zweck war überwiegend die Austragung von nationalen und internationalen Fußballspielen sowie des Turn- und Sportfestes der DDR. Insgesamt konnten 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauer Platz nehmen, sodass schnell der Name »Stadion der Hunderttausend« entstand und es damit das größte Sportstadion in der DDR war. Im Jahr 2000 begann jedoch der Abriss, um bis zur Fußball-WM 2006 ein neues Stadion zu errichten, welches deutlich kleiner war. Zum Deutschen Turnfest 2002 fanden hier bereits Veranstaltungen im unfertigen und offenen Stadion statt. Auch fand 2004 ein Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Kamerun statt. Seit 2010 heißt das Zentralstadion nun » Red Bull Arena« und ist auch Heimstätte von RB LEIPZIG.

VORBEI: Dienstag, 02.06.2026, 18–20 Uhr:
Platte Ost/West. Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise

Foto: Stadtmuseum Dresden, Philipp WL Günther

Referent: Dr.  Claudia Quiring

Vita: Dr. Claudia Quiring, geb. 1971, Kunsthistorikerin, Kuratorin u. a. von Ausstellungen zu Fritz Höger (Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 2003) und Ernst May (Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main und Architekturmuseum Breslau, 2011/12).

Lehraufträge zur Architekturgeschichte und -fotografie an der Universität Bielefeld (2006-2009), Vertretungsprofessur für Architekturtheorie an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe (WS 2014/15).

Seit 2016 Kustodin für Baugeschichte und Stadtentwicklung am Stadtmuseum Dresden, dort u. a. Ausstellungen zum Kulturpalast Dresden (2017), zur Dresdner Moderne (2019) und zu Heinrich Tessenow (2022). Aktuell zu sehen: » Platte Ost/West. Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise« (27.02.–29.11.2026), gemeinsam kuratiert mit Jonas Malzahn.

Ort: HTWK Leipzig, Fakultät Ingenieurwissenschaften, Raum W008, Wächterstraße 13, 04107 Leipzig

Eintritt frei

Das Bauen mit vorgefertigten Tafeln – heute allgemein Plattenbau genannt – hat nicht nur die DDR stark geprägt. Auch in Westdeutschland gab und gibt es zahlreiche Bauten dieser Art. Unzählige Wohnungen entstanden vor allem in den 1960er bis 1980er Jahren in dieser Bauweise. Doch warum baute man so? Was waren die Vorteile, was die Nachteile? Was machte das Wohnen in der Platte aus und warum ist das Image der Bauten so schlecht? Heute brauchen wir wieder dringend viele neue Wohnungen. Es wird auf modulares, serielles Bauen gesetzt. Hat die Platte also eine Zukunft?

Der Vortrag gibt aus kuratorischer Sicht Einblicke in die aktuell im Stadtmuseum Dresden zu sehende Ausstellung »Platte Ost/West. Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise« . Dort wird die Entwicklung im industriellen Wohnungsbau im ständigen Vergleich von ost- und westdeutschen Entwicklungen präsentiert und aus verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet. Die Exponate reichen vom Ziegelbruchstein über Baukästen und Kuckucksuhren bis zum Videospiel »Dresden Block Tetris«. Zahlreiche Zeitzeugen geben Einblicke in das Angestrebte und das real Mögliche.

VORBEI: Dienstag, 05.05.2026, 18–20 Uhr:
Herrmann Julius Meyer – 
anlässlich des 200. Geburtstags des Verlegers und Stifters

Referent: Thomas Keiderling

Vita: X

Ort: HTWK Leipzig, Fakultät Ingenieurwissenschaften, Raum W008, Wächterstraße 13, 04107 Leipzig

Eintritt frei

X

VORBEI: Dienstag, 07.04.2026, 18–20 Uhr:
130 Jahre elektrische Straßenbahn in Leipzig

Referent: Dave Tarassow, Verleger, Fotograf und Stadtführer

Vita: Dave Tarassow befasst sich seit vielen Jahren mit der Verkehrsgeschichte in Leipzig und Region, deren Schwerpunkt der Straßenbahn- und Eisenbahnverkehr bildet. Beruflich ist er als Verleger und Publizist tätig und gibt auch Magazine über den Stadt- und Schienenverkehr heraus und bietet öffentliche Foto-Sonderfahrten mit historischen Straßenbahnen an. Darüber hinaus engagiert er sich in verschiedenen Vereinen und Initiativen, darunter der Industriekultur Leipzig e. V. und im Bundesnetzwerk Tram.

Ort: HTWK Leipzig, Fakultät Ingenieurwissenschaften, Raum W008, Wächterstraße 13, 04107 Leipzig

Eintritt frei

Vor 130 Jahren, am 17. April 1896, wurde in Leipzig der elektrische Straßenbahnbetrieb aufgenommen. Doch schon am 20. Mai folgte ein zweites Straßenbahnunternehmen, doch weshalb? Es gab sogar noch ein drittes Unternehmen, welches die Überlandstrecken bediente. Neben den Unternehmen werden auch ausgewählte Fahrzeuge kurz beleuchtet, wie die Pullman- und Tatrawagen, die jahrzehntelang das Stadtbild prägt en. Erfahren Sie Kompaktes über Geschichte, Betrieb und Technik.

VORBEI: Dienstag, 03.03.2026, 18–20 Uhr:
Wer rastet, rostet. Der graphische Maschinenbau in Leipzig

Referent: Aiko Wulff M. A., Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Vita: Ernst-Peter Biesalski ist gelernter Buchbinder und hat an der Universität Mainz Buchwissenschaft studiert und promoviert. Nach einer Verlagstätigkeit erhielt er 1997 den Ruf als Professor für Buchhandel und Verlagswirtschaft an die HTWK Leipzig. Seit seiner Emeritierung im Jahr 2024 beschäftigt er sich wieder stärker mit historischen Themen, insbesondere im Bereich der Technikgeschichte.

Ort: HTWK Leipzig, Fakultät Ingenieurwissenschaften, Raum W008, Wächterstraße 13, 04107 Leipzig

Eintritt frei

Leipzig war bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Handelsstadt und Zentrum des deutschen Buchgewerbes. Leipzig war aber kein Industriestandort, da die Voraussetzungen dafür nicht eben günstig waren. Um die industrielle Entwicklung dennoch in Gang zu setzen, waren kapitalkräftige und fortschrittlich denkende Leipziger Kaufleute entscheidend. Diese finanzierten oder gründeten Fabriken wurden ebenso zu den Initiatoren des Eisenbahnbaus oder schufen die Voraussetzungen für Industrieansiedlungen. Nach der Jahrhundertmitte kam es zu einem deutlichen Anstieg industriell produzierender Betriebe – die wiederum zunehmend Maschinen nachfragten. Der wichtigste Impuls zur Herausbildung einer spezialisierten Maschinenindustrie ging dabei von den Betrieben des graphischen Gewerbes aus. Bei der überragenden Bedeutung, die Verlage, Buchhandlungen, der Zwischenbuchhandel, Buchbindereien, Druckereien, Schriftgießereien usw. für Leipzig hatten, nimmt es nicht Wunder, dass sich entsprechend auch ein spezialisierter und sehr leistungsfähiger Maschinenbau entwickelte. Unternehmen wie Karl Krause, die Gebrüder Brehmer oder auch Schelter und Giesecke erlangten in ihren Bereichen Weltgeltung und trugen Wesentliches zur Leipziger Industriekultur bei.

Der Vortrag wird auf die Entstehung und Entwicklung des graphischen Maschinenbaus in Leipzig eingehen und fokussiert die Zeit bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, um die wesentlichen Entwicklungslinien herauszuarbeiten und Beispiele vorzustellen.

Industriekultur Leipzig e. V.
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